| Geschäftsbericht 2010 |
Der Vorstand trat unter dem Vorsitz von Gemeindeammann Max Läng, Obersiggenthal, zu zwei ordentlichen Sitzungen zusammen. Die Geschäftsleitung, bestehend aus dem Präsidenten, Sissi Jäggi, Vizeammann Fislisbach, Vizepräsident, Felix Feiner, Gemeinderat Wettingen, und Rolf Wegmann, Leiter Stadtentwicklung Baden, traf sich zu zwei Sitzungen.
Präsident und Geschäftsführer vertraten den VAO im Steuerungsgremium Baden Mobil, im Controlling Team Verkehrsleitbild Baden Regio und in der Zürcher Planungsgruppe Limmattal (Kommission öffentlicher Verkehr, Regionale Verkehrskonferenz).
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| 1. Angebotsverbesserungen 2010 und 2011 |
Die bereits auf den Fahrplanwechsel Dezember 2009 auf den Postauto-Linien eingeführten Angebotsverbesserungen haben sich zur Zufriedenheit der Fahrgäste sehr bewährt. Die Einführung des 15-Minuten-Takts und die teilweise Verbesserung der Anschlüsse an die Züge sind eine Erfolgsgeschichte, die sich hoffentlich auf den RVBW-Linien im Jahr 2011 wiederholen wird. Bei diesen Linien erfolgte der Wechsel vom 20-Minuten auf den 15-Minuten-Takt im Dezember 2010. Damit konnte die längst fällige Harmonisierung des Grundtakts des Schienen- mit dem Busverkehr in der Region Baden-Wettingen abgeschlossen werden. Die Region Baden-Wettingen ist damit in das gesamtschweizerische Taktsystem des öffentlichen Verkehrs optimal eingebunden.
In der Gemeinde Würenlos ist im August 2010 der Pilotbetrieb des neuen Ortsbusses Linie 11 zwischen Bahnhof Killwangen-Spreitenbach und Bahnhof Würenlos eingeführt worden. Die Frequenzen haben sich bereits in der ersten Betriebsphase erfreulich entwickelt.
In der Gemeinde Obersiggenthal wurde als Alternative zu der im Jahre 2009 aus Kostengründen verworfenen neuen Buslinie Hertenstein (Baden-Freienwil-Lengnau via Hertenstein) ein Ortsbusprojekt vorangetrieben.
In der Gemeinde Wettingen wurden Untersuchungen zu einer verbesserten Anbindung des Tägerhards an den Bahnhof Wettingen angestellt.
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| 2. Limmattalbahn AG |
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Der Vorstand des VAO liess sich vom Geschäftsführer der Limmattalbahn das Projekt und den Stand seiner Umsetzung vorstellen. Die Stadtbahn soll zwischen Zürich und Bahnhof Killwangen-Spreitenbach verkehren und 26 Haltestellen bedienen. Die Inbetriebnahme der ersten Etappe ist auf 2020 vorgesehen. Die Stadtbahn verursacht Baukosten in Höhe von 600-700 Mio. Franken, die zu 75% vom Kanton Zürich und zu 25% vom Kanton Aargau getragen
werden sollen. Davon in Abzug gebracht wird ein Bundesanteil von einem Drittel aus dem Infrastrukturfonds zur Finanzierung der Agglomerationsprojekte. Allerdings ist erst der Abschnitt Farbhof-Schlieren der Stadtbahn auf die Liste der unterstützten Projekte des Bundes aufgenommen worden. 2010 ist die Vorprojektphase eröffnet worden.
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| 3. Finanzierung des öffentlichen Verkehrs |
Der Bericht des Bundesrats zur Zukunft der nationalen Infrastrukturnetze in der Schweiz vom 17. September 2010 mahnt einen erheblichen Nachholbedarf in der Instandhaltung der nationalen Bahninfrastruktur sowie die Beseitigung systemgefährdender Kapazitätsengpässe an. Damit entsteht ein erheblicher Finanzierungsbedarf, der aufgrund der letztlich limitierten Mittel beim Bund in unmittelbarer Konkurrenz zur Finanzierung des bestellten Angebots im regionalen Personenverkehr steht. Die Kantone und Gemeinden sehen sich daher weiteren Lastenverschiebungen Bund-Kantone gegenüber.
Vor diesem Hintergrund ist die Absicht des Bundesrats, vermehrt Kosteneinsparungen durch öffentliche Ausschreibungen bestellter Verkehrsleistungen zu erzielen, verständlich. Die entsprechende Botschaft des Bundesrats vom Spätherbst 2010 regelt die Bestellung des bestellten Angebots detailliert und sieht auch die Ausschreibung des Schienenverkehrs vor. Dieses Postulat des Bundesrats ist indes heftig umstritten.
In Anbetracht dieser Entwicklungen gewinnt die Überprüfung des Dekrets über die Beteiligung von Kanton und Gemeinden an die Kosten des öffentlichen Verkehrs vom 28. Juni 2005, die im Jahre 2010 verwaltungsintern in vollem Gange war, an Brisanz.
Die erheblichen Unterschiede der Beiträge pro Einwohner in den verschiedenen Gemeinden des VAO und die langfristig zu erwartenden zusätzlichen Lastenverschiebungen erhöhen den Handlungsbedarf zur grundlegenden Neuordnung des Verteilschlüssels. |
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| 4. Baden Mobil |
Baden Mobil war ursprünglich ein Gemeinschaftsprojekt der Stadt Baden als Initiantin, des Kantons Aargau, des VAO und Baden Regio. Mit der Überführung der Mobilitätszentrale ins allgemeine Angebot des öffentlichen Verkehrs auf den 1. Januar 2007 wird die Hälfte der Betriebskosten, Fr. 55‘000.- durch die Region übernommen (2007 durch Baden Regio, ab 2008 durch den VAO).
Die Mobilitätszentrale am Bahnhof Baden mit ihrem breiten Dienstleistungsangebot im ganzen Spektrum der Mobilität (Fussgänger, Veloverkehr, Mietwagen, Taxi, öffentlicher Verkehr) sowie ihre homepage, auf der rund um die Uhr Informationen eingeholt werden können, erfreuen sich einer kontinuierlichen Zunahme der Kundenbesuche. Nach der umfassenden Überarbeitung der homepage www.badenmobil.ch im Jahre 2009 und der Implementierung einer englischsprachigen Fassung der wichtigsten Teile der homepage besuchte die Leitung von Baden Mobil systematisch alle Gemeinden des VAO, um über ihre Dienstleistungen zu berichten und Möglichkeiten zur Verbesserung der Zusammenarbeit mit den Gemeinden auszuloten. Bei zahlreichen Veranstaltungen in der Region Baden-Wettingen war Baden Mobil mit Informationsangeboten präsent. Auch die Einführungskurse in die Bedienung der neuen Billettautomaten für Betagte erfreuten sich grosser Beachtung.
Neben der Mobilitätszentrale bietet Baden Mobil grossen Unternehmen der Region Mobilitätsberatungen an und vermittelt vertiefte Beratungen durch spezialisierte Verkehrsingenieure. Im Jahre 2010 konnte die sistierte Beratung für die Oracle Software GmbH wieder aufgenommen werden. Weitere Unternehmen wurden kontaktiert, um ihr Interesse an der Mobilitätsberatung auszuloten.
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| 5. Beauftragte Transportunternehmen |
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Der VAO traf sich auch 2010 mehrfach mit Vertretern der beauftragten Transportunternehmen RVBW und Postauto zum Meinungsaustausch. Dabei waren insbesondere die Umsetzung des weiteren Ausbaus des Verkehrsangebots 2010 und die zunehmende Stausituation an diversen neuralgischen Punkten im Gebiet der Mitgliedsgemeinden des VAO Gegenstand der Diskussion.
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| 6. Infozeitung «Stau weg» |
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Im Zusammenhang mit der Beratung der vom Regierungsrat vorgeschlagenen Massnahmen für ein Verkehrsmanagement Baden-Wettingen hat der VAO gemeinsam mit Baden Regio, RVBW und Postauto die Informationszeitung «Stau weg» veröffentlich. Darin wurden die die Schwierigkeiten des öffentlichen Verkehrs infolge der Verkehrsüberlastung auf den Strassen dargelegt und die Verbesserungen aufgrund des vorgeschlagenen Konzepts für den Gesamtverkehr aufgezeigt. Die Gutheissung der Massnahmen durch den Grossen Rat war ein wichtiges Etappenziel. Die Umsetzung aller Massnahmen durch den Kanton wird den VAO und die Transportunternehmungen noch eine Weile beschäftigen.
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| 7. Finanzen |
Der Jahresbeitrag pro Einwohner der Mitgliedsgemeinden wurde für das Rechnungsjahr 2010 auf Fr. 0.66 (Vorjahr: Fr. 0.80) für Gemeinden mit Kernangebot und Fr. 0.33 (Vorjahr: Fr. 0.40) für Gemeinden mit ländlichem Angebot festgesetzt. Die Mitgliederbeiträge betrugen insgesamt Fr. 80'000.-.
Die veranschlagten Aufwendungen von Fr. 124'600.- wurden mit Fr. 92'276.70 (Vorjahr: Fr. 120'711.95) unterschritten. Auf die vorgesehene Entnahme aus den Rückstellungen in Höhe von Fr. 44'100.- konnte auch aufgrund der Kostenbeteiligung von Kanton und Transportunternehmen an der Zeitung «Stau weg» verzichtet werden. Das Kapital des VAO betrug am Schluss des Rechnungsjahres 2010 Fr. 186'527.85 (Vorjahr: Fr. 175'174.18).
Der Voranschlag 2011 sieht Aufwendungen in Höhe von Fr. 114'100.- vor, welche durch Gemeindebeiträge in Höhe von Fr. 80'000.- und eine Kapitalentnahme von Fr. 44'100.- gedeckt werden.
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| 8. Zukunft des VAO |
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Der Vorstand hat sich mit der Frage befasst, in welchem Verhältnis die Aufgabe der Siedlungs- und Verkehrsentwicklung einerseits und die Entwicklung und Harmonisierung der verschiedenen Angebote des öffentlichen Verkehrs und des Langsamverkehrs andererseits zueinander stehen. Daraus sollen Schlussfolgerungen für die Aufteilung der damit verbundenen Aufgaben zwischen den verschiedenen Planungsträgern der Region Baden-Wettingen gezogen werden können. Die involvierten Regionalplanungsverbände Baden Regio und Rohrdorferberg-Reusstal sowie der VAO haben diesbezüglich erste Gespräche geführt, die 2011 weitergeführt werden sollen.
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| Verkehrsverband Aargau Ost |
| Max Läng, Präsident | Frank Furrer, Geschäftsführer |
| | Wettingen, 11. März 2011 |